EU-LIFE-Projekt BOVAR

Management der Gelbbauchunke und anderer Amphibienarten dynamischer Lebensräume

Aktuelle Informationen zum EU-LIFE-Projekt finden sich auf der Projektseite Life BOVAR.

Projektmitarbeiter im Schulbiologiezentrum:

Christoph Petersen
Tel.:  0176 / 45 99 66 81
E-Mail: life.bovar@schulbiologiezentrum.de

Schulbiologiezentrum Hildesheim ist assozierter Projektpartner.

Amphibien haben in den letzten Jahrzehnten erhebliche Bestandseinbußen erlitten. In Mitteleuropa sind in erster Linie der Lebensraumverlust und die fehlende Vernetzung zwischen verbliebenen geeigneten Lebensräumen ursächlich. Insbesondere die Arten dynamischer Lebensräume, die auf ein durchgehendes Angebot vegetationsarmer bis -freier Gewässer und Sommerlebensräume angewiesen sind, sind rückläufig. Viele Arten befinden sich bereits in einem schlechten Erhaltungszustand.

Von oben links im Uhrzeigersinn: Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kammmolch, Kreuzkröte. Fotos: R. Theunert

Im letzten FFH-Bericht (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) aus dem Jahr 2013 wird der Status der Gelbbauchunke (Bombina variegata) und der Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) sowohl in der atlantischen als auch in der kontinentalen biogeographischen Region als „schlecht“ mit dem Trend „sich verschlechternd“ eingestuft. Im Vergleich zum vorherigen Bericht aus dem Jahr 2007 hat sich der Zustand weiter verschlechtert. Auch der Erhaltungszustand der Kreuzkröte (Epidalea calamita) und des Kammmolches (Triturus cristatus) ist „unzureichend“. Das EU-LIFE-Projekt „BOVAR“ hat daher genau diese Zielarten im Fokus. Durch praktische Artenschutzmaßnahmen sollen die Lebensraumbedingungen für sie und ihre Begleitarten verbessert werden.

Projektziele

  • Wiederherstellung günstiger Lebensraumbedingungen in 35 Projektgebieten in Deutschland und den Niederlanden.
  • Ausgleich des Verlusts von geeigneten Laichgewässern und Landlebensräumen in den Projektgebieten.
  • Beitrag zur Wiederherstellung des ursprünglichen Verbreitungsgebietes der Gelbbauchunke durch unterstützende Wiederansiedlung.

Projektmaßnahmen

  • Neuanlage und Sanierung von gut 260 Klein- und mehr als 3.000 Kleinstgewässern als Laichgewässer für die Zielarten.
  • Entwicklung von Landlebensräumen durch Entbuschung und Rohbodenanlage auf rund 76 Hektar.
  • Etablierung einer extensiven Beweidung auf gut 114 Hektar Fläche zur nachhaltigen Pflege der Gewässer und Landlebensräume.
  • Anlage von 11 Steinschüttungen als Tagesverstecke und Winterquartiere.
  • Aufzucht von Gelbbauchunken zur Wiederbegründung von ausgestorbenen Populationen.
  • Aufbau eines Zuchtstammes der Geburtshelferkröte zur Stützung und ggf. Wiederansiedlung.
  • Initiierung und Unterstützung von lebensraumverbesserten Maßnahmen durch Dritte außerhalb der Projektgebiete.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation über Vorträge, Exkursionen, Workshops, Tagungen, Flyer, Laienbericht, Internetseite, Informationstafeln etc.

Projektträger

  • Naturschutzbund Deutschland NABU Landesverband Niedersachsen e. V.

 Projektpartner

  • Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.
  • Stichting IKL (Limburg, Niederlande)
  • NABU-Naturschutzstation Aachen e.V.
  • Schulbiologiezentrum Hildesheim (Trägerverein Biologischer Schulgarten e.V.)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

 Projektdaten

  • Förderkennzeichen: LIFE16 NAT/DE/000660
  • Projektzeitraum: 1. März 2018 bis 31. März 2026
  • Projektbudget: 4.657.040 Euro
  • EU-Förderung: 60 Prozent (2.794.215 Euro)
  • Projektgebiete: 35 in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und Limburg (Niederlande)

Projektförderer
Das LIFE-Projekt „Management der Gelbbauchunke und anderer Amphibienarten dynamischer Lebensräume“ – kurz: „LIFE BOVAR“ – ist ein Förderprojekt der Europäischen Union (EU) innerhalb des EU-Umweltprogramms, Schwerpunkt Natur und Biodiversität. Ferner unterstützen finanziell das Land Niedersachsen mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU), das Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV). Außerdem die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Niedersächsischen Landesforsten, der Kreis Minden-Lübbecke, die Landkreise Goslar, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden, Schaumburg, die Region Hannover, die Städte Hannover und Hildesheim, der NABU Landesverband Nordrhein-Westfalen, der NABU Kreisverband Minden-Lübbecke und die Firma Saint-Gobain Formula GmbH.