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Jahresbericht 2024 des Schulbiologiezentrums


Hier finden Sie uns:

Schulbiologiezentrum Hildesheim
Am Wildgatter 60
31139 Hildesheim
Tel.: 05121-264911
E-Mail: info@schulbiologiezentrum.de

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Trägerverein Biologischer Schulgarten e.V
IBAN: DE21 2595 0130 0000 0436 72

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Impressum

Jetzt ist Sommer im Schulbiologiezentrum.

Garten im Sommer

Spätsommer

Am 31. August endet der Sommer, wir befinden uns daher diese Woche noch im Spätsommer. Im Spätsommer ist die Getreideernte abgeschlossen und die ersten Früchte reifen, bspw. der Holunder oder die Kornelkirschen und die Heideblüte beginnt. Zwar sind schon einige Apfelsorten reif, aber die meisten Äpfel benötigen noch drei bis fünf Wochen.

Derzeit lohnt sich ein Ausflug in die Lüneburger Heide besonders, weil der Regen dieses Jahr den Pflanzen guttat und ein fantastisches Violett das Auge erfreut.

Schöne Stellen sind die Wanderung von Oberhaverbeck auf den Wilseder Berg (und durch den Totengrund zurück), die Misselhorner Heide bei Hermannsburg oder auch die leicht mit dem Auto und wenig Fußweg erreichbare Fläche beim Angelbeeksteich. Ein weiterer Ausflugstipp ist der Besuch der nur am Wochenende zugänglichen “Sieben Steinhäuser” auf dem NATO-Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Allein die 5 km Fahrt durch das sonst gesperrte militärische Gebiet vermittelt einen guten Eindruck über die „Ödnis der Heide“ wie sie von früheren Generationen empfunden wurde.

Ende August ist die Tageslänge schon deutlich gesunken und beträgt in Hildesheim schon unter 14 Stunden, was fast 2 Stunden weniger als zur Sommersonnenwende und etwas mehr als eine halbe Stunde seit Anfang August ist. Dieser Rückgang an Licht und Energie macht sich dann auch in den nächtlichen Temperaturen bemerkbar, wenn es völlig klare Nächte gibt. So etwas geschah am 25. August und die Nachttemperatur fiel in Hannover auf 7,0 °C. Dieser Wert wurde an diesem Tag nur 2014, 1971 und 1966 (damals 5,0°C) unterschritten. Die Varianz in der Region war allerdings groß, so wurde es mit 4,8°C in Alfeld (Leine) deutlich kälter (Rekord der kurzen Messreihe ab 2007), während es in Algermissen (Groß Lobke) mit 8,4°C deutlich moderater blieb.
Vereinzelte Kälterekorde widersprechen im Übrigen dem generellen Klimatrend nicht. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen besteht Klima aus den akkumulierten Einzelwerten der Messtage und entsprechend der Normalverteilung können Rekorde im Positiven wie Negativen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit auftreten, je länger die Messreihe andauert. Zum anderen können großflächige Veränderungen, wie etwa in den Verläufen der Jetstreams, Wetterkonstellationen fixieren und so zu häufigeren Extremen führen. Diesen Effekt hatten wir diesen Sommer, als nördlich und südlich von uns reihenweise die Hitzerekorde fielen, während es hier einen der eher üblichen feuchteren Sommer gab.
Der Spätsommer geht dann langsam in den Frühherbst über. Einzelne Spinnenfäden, die in der milderen Sonne leuchten, erste verfärbte Blätter usw. können schon jetzt gesehen werden. Die Blätter der von der Rosskastanienminiermotte befallenen Rosskastanienbäumen sind schon jetzt im „Herbstmodus“ und werden von den Bäumen abgeworfen, es handelt sich also um ein Krankheitsbild und nicht um einen Anzeiger der kommenden Jahreszeit.
Die meisten Gelbbauchunken sind jetzt schon freigesetzt, nur noch wenige Nachzügler sind bei uns in der Aufzucht.
Durch die größere Regenmenge hatten sich auch schon einzelne Pilze (genauer die oberirdischen Fruchtkörper des eigentlich unterirdisch wachsendes Mycels) gebildet. Besonders eindrucksvoll waren dieses Jahr die Riesenboviste, von den auch ein Exemplar auf unserem Gelände wuchs. Dieser Pilz, der kaum mit anderen Pilzen zu verwechseln ist, kann im jungen Stadium verzehrt werden.

Gelbbauchunken in großer Zahl

Endlich hat die Zucht der Gelbbauchunken geklappt, knapp 90 Jungtiere sind im Aufwachsen, einige Nachzügler sind noch im Stadium der Kaulquappen und der Metamorphose. Demnächst können die Tiere in die Natur verbracht werden, wo sie hoffentlich den Bestand stabilisieren.
Die Tiere sind sehr schwer zu fotografieren, ich bitte die schlechte Qualität der Aufnahmen zu entschuldigen.
Ansonsten ist der Sommer mit Temperaturen über 30°C zurückgekehrt. Viele Früchte reifen jetzt, wie die des Weißdorns, die ihr leuchtendes Rot mit dem Gelb der Goldrute zu den Farben von Stadt und Landkreis Hildesheim kombinieren.

Rückblicke

Der heutige Beitrag handelt ein wenig von Rückblicken, was auch daran liegt, dass erst hier und heute die Fotos von letzter Woche einfließen.

Strauchschrecke

Beim Einstecken des Netzsteckers des Laptops auf dem ich fast immer Montags diese Berichte schreibe, bemerkte ich eine größere Heuschrecke zwischen den diversen Kabeln. Da das Schulbiologiezentrum gut ausgestattet ist, konnte ich das Insekt in ein Lupenglas sperren und es genauer betrachten. Leider sind meine Fotokünste nicht gut genug um die schönen Details dieses Tieres zu zeigen. Anhand der vorhandenen Bestimmungsbücher, meine ich das Tier als ein Weibchen der “Gemeinen Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)“ bestimmen zu können. Auf dem einen Bild mit dem ganzen Glas erkennt man auch noch schön eine Kaustik, welche das gebündelte Licht auf die Oberfläche des Tisches zaubert. Nach erfolgter Beobachtung wurde das Tier natürlich wieder in seinem natürlichen Lebensraum entlassen.

Kleinste Tiere

Zum Thema kleine Tiere suchte ich noch einmal auf den Blütendolden nach kleinen Insekten und wurde auch fündig. Das Fokussieren ist schwierig, aber für eine kleine Darstellung hier im Internet ist das Ergebnis noch akzeptabel. Bei der Bearbeitung des Fotos entdeckte ich eine sehr kleine Fliege, die mir zuvor entgangen war. Diese habe ich etwas vergrößert und als Inset eingefügt. Würde man die Fliege unter dem Mikroskop untersuchen, würde man vielleicht noch kleinere Insekten finden, die als Parasiten auf dieser leben. Diesen Weg hin zu immer kleineren Lebensformen, brachte die ersten Biologen und Biologinnen erst zur Frage, wo denn das Ende der Kette sei und dann zur Entdeckung Bakterien und später der Viren.

Und noch ein Rückblick auf das Wetter im Monat Juli. Etwas überraschend kam nach der anhaltenden Trockenheit und Hitzerekorden im Juni und den ersten Julitagen, dann noch die „kalte Sommerdusche“ in Form des typisch norddeutschen „Schietwetters“. Wobei sich das Bild für Hildesheim (präziser Wetterstation Hannover) anders darstellt als die vielleicht gefühlte Wahrheit.
Nimmt man die Monatsmitteltemperatur, so findet sich der Juli 2025 mit 18,9°C auf Platz 22 von 87 Jahren wieder. Das bedeutet der Juli war überdurchschnittlich warm (Quelle: Wetterzentrale).
Blickt man auf die Niederschläge (Platz 24) und die Sonnenscheinstunden (Platz 72), wird deutlich, dass uns offensichtlich und insbesondere das Fehlen des Sonnenscheins zur Wahrnehmung eines vermeintlich kühlen Sommers bewogen hat. Bezogen auf den ganzen Sommer (Juni, Juli und August) liegt 2025 derzeit auf Platz 12, aber die kommenden 14 Tage versprechen deutlich mehr Sonne und höhere Temperaturen.

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