Schulbiologiezentrum Hildesheim zieht Konsequenzen

Nach fast einem Jahr voller Planungen, Abstimmungen, ehrenamtlichem Engagement und intensiver Arbeit hat das Schulbiologiezentrum Hildesheim gestern einen Schlussstrich gezogen: Es wird nicht länger auf eine mögliche Förderung der Arbeit im Rahmen der After-LIFE-Förderung durch das Land Niedersachsen warten.
Das Schulbiologiezentrum Hildesheim war Partner im EU-LIFE-Projekt BOVAR, welches sich dem Schutz gefährdeter Amphibienarten wie der Gelbbauchunke widmete. Im Rahmen des bis März 2026 laufenden Projekts wurden Lebensräume aufgewertet, Gewässer angelegt und Maßnahmen zum Artenschutz umgesetzt. Die Arbeit des Schulbiologiezentrums mit seiner Umweltbildung, der Pflege von Lebensräumen und der Zucht war ein Bestandteil dieses Projekts.
Seit dem Auslaufen des LIFE-Projekts hat der Förderverein des Schulbiologiezentrum die betroffene Mitarbeiterin aus eigenen Mitteln weiterfinanziert. Ausschlaggebend dafür waren die wiederholten Signale der Landesregierung, dass die beantragte Förderung durch das Land Niedersachsen positiv beschieden werden würde. Das Schulbiologiezentrum vertraute darauf, dass die Arbeit fortgesetzt werden könnte, und hat dafür als kleiner Verein erhebliche finanzielle Risiken in Kauf genommen. Leider hat das Land den Verein hinsichtlich der Genehmigung über Monate hingehalten, bis zuletzt wurde die Förderzusage immer wieder vertagt.
Inzwischen sind die Vereinsrücklagen aufgebraucht. Nach monatelangem Warten und angesichts der anhaltenden Ungewissheit über die berufliche Zukunft der betroffenen Mitarbeiterin sieht sich das Schulbiologiezentrum nun gezwungen, die Konsequenzen zu ziehen. „Wir können es finanziell nicht länger verantworten, auf eine Förderentscheidung zu warten, deren Zeitpunkt und Ausgang weiterhin ungewiss sind“, so die 1. Vorsitzende des Fördervereins, Nina Lipecki und ergänzte: „Die Folgen reichen weit über den Verlust einer Arbeitsstelle hinaus. Wir verlieren eine engagierte, motivierte und fachlich wichtige Mitarbeiterin. Die wertvolle Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die wir im Rahmen von LIFE BOVAR aufgebaut und weiterentwickelt haben, kann nicht wie geplant fortgeführt werden.“
Dazu gehören neben Angeboten für Kinder und Jugendliche auch Fachexkursionen und Tage der offenen Tür für Erwachsene, mit denen für den Amphibienschutz sensibilisiert und Wissen über die bedrohten Arten und ihre Lebensräume vermittelt wird. Auch die Pflege und Betreuung der Hildesheimer Gebiete, die Weiterführung der Zucht sowie das Monitoring der Populationen, die unmittelbar mit unserer Umweltbildungsarbeit und dem Amphibienschutz verbunden sind, werden damit enden.
Besonders bitter ist, dass dadurch auch ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Sicherung der im LIFE-Projekt BOVAR erzielten Erfolge wegfällt. Die im Projekt angelegten Gewässer benötigen regelmäßige Pflege, um ihre Funktion als Lebensräume für gefährdete Amphibien dauerhaft zu erhalten. Das Schulbiologiezentrum Hildesheim ist dabei eine von mehreren Akteuren, die sich für die Entwicklung und den Erhalt der Gebiete einsetzen. Mit dem Ende dieser Arbeit entfällt künftig ein Beitrag zur Pflege dieser Gewässer und zur Gebietsbetreuung. Ohne entsprechende Pflege besteht die Gefahr, dass die Gewässer innerhalb kurzer Zeit zuwachsen und ihre angestrebte ökologische Funktion verlieren. Auch das bisher durchgeführte Fang-Wiederfang-Monitoring, das wichtige Erkenntnisse darüber liefert, wie sich die Populationen nach Abschluss des LIFE-Projekts entwickeln, kann nicht wie geplant fortgeführt werden. Damit fehlt ein wichtiger Baustein, um die langfristige Wirkung der Maßnahmen zu beobachten und frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
„Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Gleichzeitig mussten wir als kleiner Verein eine finanzielle Grenze ziehen und Verantwortung für unsere verbleibenden Möglichkeiten übernehmen.“ schließt Nina Lipecki, 1. Vorsitzende Trägerverein Biologischer Schulgarten e.V.