
Jetzt ist sie vorbei, diese außergewöhnliche Hitzeperiode im Juni. Leider liegen die Ursachen für die Höhe der Anomalie nicht im Zufall der Metorologie, sondern in der menschengemachten Veränderung unserer globalen Atmosphäre. Wir nähern uns deshalb sehr schnell der weltweiten Erhöhung der Durchschnittstemperatur von 2,0°C an. Nach der Passage, die nun für 2030 erwartet wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kipppunkte im Klimasystem überschritten werden dramatisch an und dann wird eine Rückkehr in normale klimatische Zustände quasi unmöglich.
In den 10 Tagen vom 19.6.2022 bis zum 28.6.2022 wurden an der Wetterstation Hannover an fünf Tagen neue Maximaltemperaturen dieser jeweiligen Tage erreicht, an vier Tagen neue Höchstwerte der Minimaltemperauren. Mit 37,7°C am 27.6.2026 wurde die bisherige Maximaltemperatur für einen Juni gleich um 2,0°C übertroffen und dieser Tag erreichte Platz 4 aller heißen Tage überhaupt. Dieser Tag liegt im Maximum 4,9°C +über dem zweitplatzierten und in der Minimumtemperatur 4,0°C.
Um eine solche Serie in den Tiefsttemperaturen zu finden muss man wahrscheinlich bis 1940 zurückgehen (für 1945 fehlen die Daten), denn selbst im Januar 1987 wurden nur 3 tiefste Temperaturen gemessen.
Leider impliziert das Wort „Rekord“ etwas Positives, etwas aus eigener Kraft Erreichtes. Tatsächlich ist die Dramatik der Klimakatastrophe eher mit dem Absturz in einen tiefen Schacht zu vergleichen, der, je tiefer man fällt immer heißer wird und der Aufstieg zur kühlen, dem Menschen gemäßen Oberfläche immer weiter wird.
Heute früh hat es dann ordentlich abgekühlt und geregnet, so dass die Mastbergstraße ein paar Stunden wegen Überflutung gesperrt werden musste.
Das Schulbiologiezentrum widmet sich diesem Thema mit der Vermittlung von ökologischen Zusammenhängen und der Schönheit der Natur auch im kleinsten Detail. So konnten letzte Woche einige Schülerinnen und Schüler Schmetterlinge unter dem Mikroskop anschauen.
In der Bildersammlung hier unten finden Sie drei Fotos, die sich mit der Sicht auf die Welt beschäftigen und vielleicht auch die Idee der Erfindung des Mikroskops oder der Glaslinsen beinhalten. Eine Kette von Wassertropfen hängt an einer Brombeerranke. In einem der Tropfen bildet sich der Hintergrund scharf ab (Detailaufnahme), so ähnlich wie sich die reale Welt (Übersichtsaufnahme) auch zeigt.
Nachtrag vom 6.7.2026.
Mittlerweile sind die Daten des Deutschen Wetterdienstes für den gesamten Monat online. Für die Wetterstation Hannover ergibt sich, dass dieser Juni mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6°C der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1936 gewesen ist (heißester war der Juni 2019 mit 20,°C). Das ist angesichts der Zweiteilung des Monats mit einem eher kühlen Anfang eine ziemliche Überraschung. Das die Nächte sehr warm waren, spiegelt sich in dem Mittel der Minimumtemperaturen wieder. Dort liegt dieser Juni mit 13,8°C auf Platz 1.
Schaut man sich die Dekaden separat an, so wird das nochmals deutlicher. In der letzten Junidekade (21.6.-30.6) wurde mit einer gemittelten Minimumtemperatur von 18,1°C der bisherige Rekord von 14,9°C aus dem Jahr 1953 geradezu pulverisiert. Ähnliches gilt für die gemittelte Maximaltemperatur von 30,8°C, die deutlich über dem bisherigen Rekord von 2019 mit 28,4°C lag. Die Jahre davor (1976, 2022, 1947) werden den Älteren unter uns noch in Erinnerung, bzw. aus Erzählungen bekannt sein.
Um den Klimawandel zu sehen muss man die andere Seite, also die kältesten Zahlen betrachten. Unter den 10 kältesten dritten Dekaden des Juni findet sich nur das Jahr 2013, während es bei den wärmsten sechs Jahre sind. Da von den 88 Jahren der Statistik, 61 vor 2000, und 27 danach liegen, würde man eine Verteilung von etwa 7 in den Jahren 1936-1999 und 3 in den Jahren 2000-2026 erwarten. Die Wärmerekorde sind aber 4:6, die der Kälte 9:1 verteilt.